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Theodor von Schön – ein
geistiger Stern Preußens
Der 1773 in Schreitlaugken bei Tilsit als Sohn
eines Domänenpächters geborene Theodor Heinrich von Schön trat nach dem Studium
in Königsberg 1793 in den preußischen Staatsdienst. Die von einem
Englandaufenthalt (1798) mitgebrachten Staatsvorstellungen verbindet er mit der
Ethik Kants, die ihm als Grundlage jeglicher Staatskunst galt. In der
Anverwandlung des englischen Liberalismus, in der Übertragung dieses politischen
Prinzips auf die spezifischen Verhältnisse des deutschen Bereichs und vor allem
in der Vervollkommnung dieser Lehre durch die Verbindung mit den Grundsätzen
Kants liegt die gewaltige denkerische, aber auch im Sinne der politischen
Realität praktische Leistung v. Schöns. In diesem Sinne bezeichnet ihn Leopold
v. Ranke als den größten praktischen Schüler Kants.
Er
wurde zum wichtigsten Weggefährten und Gedankengeber des Reichsfreiherrn vom und zum Stein. Maßgeblichen Anteil hat er
an den Reformgesetzen zur Bauernbefreiung und zur Städteordnung. Das politische
Testament Steins trägt seine Handschrift. Eine entscheidende Rolle spielt er bei
der Erhebung der ostpreußischen Landstände gegen Napoleon. Da Clausewitz, E. M.
Arndt und auch Stein in russischen Diensten standen, entwickelt er auch Gedanken
zum Verhältnis zwischen Preußen und Rußland. Seit 1824 war er Oberpräsident von
Preußen im Range eines Staatsministers. Sein revolutionäres Manifest Woher und
Wohin führt 1842 zu seiner Entlassung durch Friedrich Wilhelm IV. Am 3. Juni
1842 zieht er sich auf seinen Landsitz Preußisch-Arnau zurück, den er bereits
1826 erworben hatte. Wie es sich für einen Bewunderer der englischen Staatsidee
geziemt, legt er einen Park im englischen Stil an.
Es war v. Schöns Verdienst, die Wiederherstellung
der in Teilbereichen stark verfallenen Marienburg durchgesetzt und darüber
hinaus ein allgemeines Interesse an diesem einzigartigen Zeugnis der deutschen
Geschichte geweckt zu haben. Er hatte nämlich erkannt, daß nach der
Niederringung Napoleons eine Erneuerung Deutschlands nur durch eine angemessene
Besinnung auf die eigene historische Größe erfolgen konnte.
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Herrenhaus Preußisch Arnau (Zeitungsdruck 1846)
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Joseph von Eichendorff wird 1821 zum
Regierungsrat in Danzig ernannt. Dies ist der Beginn einer innigen und
lebenslangen Freundschaft, „Herzensfreund“ nennt ihn v. Schön. 1842 verfaßt der
schlesische Romantiker seine Schrift Die Wiederherstellung des Schlosses der
deutschen Ordensritter zu Marienburg, eine Hommage an v. Schön. Eichendorff wird
zu einem häufigen Besucher Preußisch-Arnaus, das Gastzimmer ist heute noch
erhalten. Als katholischer Romantiker führt er hier angeregte Gespräche mit dem
von Kant geprägten Aufklärer v. Schön.
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Der preußische König mildert die Entlassung v.
Schöns durch dessen Ernennung zum „Burggrafen von Marienburg“ und überträgt ihm
die Regelung aller mit der Marienburg zusammenhängenden Fragen. Da das
Sterngewölbe der Katharinenkirche eng verwandt ist mit dem der Marienburger St.
Annenkapelle, findet der neuernannte „Burggraf von Marienburg“ mit Arnau eine
Kirche, die Stil- und Formelemente der Marienburg wiederaufnimmt. Der Ring
schließt sich in nahezu symbolischer Weise.
Arnau bleibt auch nach 1842 für v. Schön ein Ort
politischer Aktivität. 1844 gründet v. Schön hier z.B. den „Ostpreußischen
Landwirthschaftlichen Centralverein“, dessen Vorsitz er übernimmt. 1848 wird er
zum Delegierten der Paulskirche gewählt. Im gleichen Jahr eröffnet er als
Alterspräsident die Berliner Nationalversammlung. Nach seinem Tode am 23. Juli
1856 wird er auf dem Arnauer Friedhof neben seiner Frau und der überaus
geliebten Tochter nur wenige Meter von der St. Katharinenkirche beigesetzt.
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Quelle /
Источник:
Archivmaterial /
Архивный материал |
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weitere Informationen:
Theodor von Schön – Preußens
konservativer Revolutionär;
Studien zu Theodor von Schön
http://web.fu-berlin.de/akip/tvs/
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