|
| |
Dem Betrachter bietet sich die Kirche als ein auf
einem Feldsteinsockel errichteter kraftvoller gotischer Backsteinbau dar mit einem
wenig gegliederten und leicht in das Schiff eingezogenen Turm auf der Westseite
sowie einer dreijochigen Vorhalle der Längsfront. Der Chorabschluß ist polygonal,
die Sakristei wurde im Osten angesetzt. Die Strenge des Baus wird aufgelockert durch
weiße Blenden, ein weißes, schmales Putzband unter der Traufe sowie durch braune
und grüne Glasursteine. 1908-1912 wurde die Kirche grundlegend restauriert. Dabei
wurden die nach der Reformation übermalten Seccomalereien freigelegt: eine Überraschung
für die damalige Kunstwelt.
Der Innenraum, der durch den niedrigen Triumphbogen
zweigeteilt wirkt, ist kunstvoll gewölbt. Von besonderer kunstgeschichtlicher Bedeutung
ist das achteckige Sterngewölbe mit dem Kämpfer über dem Scheitel des Triumphbogens,
der Schiff und Chor trennt. Nicht nur das Sterngewölbe weist eine enge Verwandtschaft
mit dem der Marienburger St. Annenkapelle auf. Unter den Ansätzen des Sterngewölbes
befanden sich auf kleine Podeste gestellte, gotische Apostelfiguren. Die als Baldachine
für die Figuren ausgearbeiteten Backsteinkonsolen haben ihr Vorbild ebenfalls in
der St. Annenkapelle der Marienburg. Die bis 1945 an die Triumpfbogenwand
angrenzenden noch verbliebenen Apostelfiguren wurden nach 1945 abgeschlagen,
einige davon jedoch von verbliebenen Deutschen 1946 heimlich vergraben.
Der Schnitzaltar von 1687 (Johannes Christoph Döbel),
die kunstvolle Kanzel (1684), der kostbare Tauftisch, das gotische Gestühl aus dem
15. Jahrhundert sind nach 1945 ebenso zerstört oder verbracht worden wie die übrige
reiche barocke Ausstattung der Kirche.
|

|
Quellen:
1.
Archivmaterial;
2: Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler in der Provinz Ostpreußen,
Heft 1: Das Samland, Königsberg 1891, Seite 19-26 |
|