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Daten zur Bau- und Restaurierungsgeschichte
1322
Arnau wird erstmals urkundlich erwähnt. Bau einer Verteidigungsanlage des
Deutschen Ritterordens.
1340-1350
Baubeginn der Ordenskirche, geweiht der Hl. Katharina.
Als erstes wurde der Chor errichtet, anschließend das Langhauses, verputzt mit
Kalktünche und Weihekreuzen.
1349-1636
Die Kirche ist im Besitz des Nonnenklosters Löbenicht und wird bis zur
Reformation als Wallfahrtskirche genutzt.
1360-1370
Errichtung der doppelgeschossigen Vorhalle (Nordparadies).
1360-1375
Ausmalung des Langhauses: Speculum humanae salvationis (Heilsspiegelzyklus),
Vermutlich von einem Meister der Königsberger Malschule geschaffen.
Errichtung des Westturms, Backsteinmauerwerk mit Feldsteinsockel.
Anbau der Sakristei mit tonnengewölbtem Durchgang.
2. Hälfte 15. Jh.
Bemalung des Blendschmuckes im Paradies mit Fischblasenornamentik.
1525
im Zuge der Reformation werden die Wandmalereien übertüncht. (1)
1684
Errichtung der Kanzel von Christian Klodssen.
Taufstein.
1687
Neuer Altaraufsatz aufgestellt.
1690
Altarleuchter.
Altaraufsatz von Maler Martinus Bergmann
bemalt und vergoldet.
1692
Gestühl erwähnt.
1766
Rokokogestühl erwähnt.
1 768
Bemalung der Kanzel von J. B. Zedler.
1785
Ausmalung des Innenraumes anhand einer Inschrift im
Triumphbogen anzunehmen.
1854
Umbau der Orgel aus dem 18. Jahrhundert. Sie erhielt 17 klingende Register. (2)
1868
Dr. Hipler verweist bei einer Begehung auf verdeckte
Malereien hin. Malereifragmente des Heilsspiegelzyklus wurden in einigen
Bereichen sichtbar.
1891
Bötticher, Armstedt / Fischer verweisen auf Malereifragmente unter
zahlreichen Tüncheschichten.
1908-1912
Umfangreiche Restaurierung:
Freilegung der mittelalterlichen Wandmalereien (Heilsspiegelzyklus im Langhaus,
119 Bilder, davon 8 unkenntlich und etliche nicht deutbar).
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Historische Aufnahme um 1908
Zustand nach der Freilegung |
Historische Aufnahme um 1912
Zustand nach der Retusche |
Historische Aufnahme um 1943/45 |
In diesem Zuge wurden die Hacklöcher innerhalb der Malereien gekittet und
anschließend wurden Fehlstellen zurückhaltend retuschiert. Rekonstruktion der
Rahmungen des umlaufenden Frieses.
Figürliche Malereien wurden nicht rekonstruiert.
1943/45
Die Kirche wird im Krieg nicht zerstört. Durch Beschuss
wird jedoch der Turm beschädigt.
1945
Die Katharinenkirche übersteht die Kriegsereignisse ohne Schäden. Ihre
Kunstschätze werden in der Folgezeit ein Opfer der Verhältnisse, konkrete
Nachweise über ihren Verbleib, sofern sie nicht zerstört wurden, liegen nicht
vor.
In der Folgezeit wird die Kirche nicht mehr als Gotteshaus genutzt.
Einsetzender Verfall der Kirche, Vandalismus.
1947
Hinweise deuten auf ein erstes Öffnen und Plündern der
Grabstätte Theodor von Schön hin.
Auch die Gruften im Inneren der Kirche wurden aufgebrochen, erste Zerstörungen
am Kirchengebäude.
1951
Die Kirche gehört zur Kolchose, der heutigen Rodniki
GmbH. Nutzung als Getreidelager.
Einbau einer Zwischendecke unter Verwendung der Holzbalken des Dachstuhls.
Hierfür wurden der historische Dachstuhl und ein Teil des Turmes wurde
abgetragen.
1951-1994
Wandmalereien im Innenraum der Kirche wurden überstrichen und
stellenweise direkt mit Zementmörtel überputzt. Die Ostwand und Sakristei wurde
durchbrochen und ein Einfahrtstor für Traktoren eingebaut.
In diesem Zuge wurde das Gewölbe der Sakristei zerstört.
Verlust der gesamten Inneneinrichtung der Kirche.
Der angrenzende Friedhof, incl. Friedhofszaun und Grabsteine wurde im Lauf der
Folgezeit zerstört.
1967
Formeller Beschluß des Ministerrates der UdSSR, alle
mit Deutschland oder der deutschen Geschichte verbundenen Denkmäler, sofern sie
überhaupt registriert worden waren, von der Liste schützenswerter Objekte zu
streichen.
1969
Beschluß des Exekutivausschusses des Ministerrates der
UdSSR: auch deutsche Denkmäler werden in die Liste der schützenswerten Objekte
aufgenommen.
1978
der Westturm wurde abgetragen und mit diesen Materialien die freistehenden
Stützpfeiler mit der hölzernen Zwischendecke errichtet. (3)

1992
Beginn der Registrierung deutschen Kulturgüter und ...
1992
Gründung des „Kuratorium Arnau e.V.", um sich für den Erhalt der St.
Katharinenkirche in Arnau einzusetzen.
Das „Kuratorium Arnau e.V.“ verhindert die Zerstörung der Kirche (Steinbruch!)
durch die örtliche Kolchose. Schwierige und langwierige Verhandlungen des
„Kuratoriums Arnau e.V.“ mit russischen Behörden, um einen Denkmalschutz der
Kirche durchzusetzen und erste Sicherungsmaßnahmen werden durch das Kuratorium
eingeleitet.
seit 1994
St. Katharinen geht in den Besitz der russischen Förderation
über.
Pachtung der Kirche durch die Baufirma Monostroy (Direktor: Alexander
Feschschenko). Nutzung als Materiallager.
1994
Einrichtung eines Zentrums für Denkmalschutz beim
Ministerrat der Russischen Föderation, Vergabe von Restaurierungslizenzen durch
das Zentrum.
17.02.1994
Der Kolchose wird das Nutzungsrecht entzogen.
Das „Kuratorium Arnau e.V.“ wird offiziell authorisiert, die
Restaurierungsarbeiten an der Kirche durchzuführen.
Erneuter Einbruch in die Kirche und Öffnung der Gruften.
Eisengitter werden vor die Fenster montiert.
Birken, die aus dem Mauerwerk wachsen wurden gefällt.
1995
Am 26.01.1995 Gesetz zum Schutz der Denkmäler im
Königsberger Gebiet unter Einschluß der deutschen Kulturzeugnisse.
1998
Untersuchungen der Kirche durch russische Restauratoren.
2002
Mit Fertigstellung des Turmes wird der erste Bauabschnitt des
„Kuratoriums Arnau e.V.“ abgeschlossen.
2003
Im September errichtet das
Kuratorium einen Gluckenstuhl im Turm und hängt eine in Süddeutschland gegossene
Glocke ein.
2004
Freilegung von Teilen der Wandmalereien durch Scientific - Tecnical
Center for the protection and use of historical and
cultural monuments (Direction of the Kaliningrad Oblast Regional Cultural
Administration).
Einrichtung eines Museums im Turm durch das „Kuratorium Arnau e.V."
2005
Beginn des zweiten Bauabschnitts:
denkmalgerechte Wiedererstellung des Dachstuhls und Eindeckung.
Die Dachkonstruktion besteht im Langhaus vollständig aus Holz, im
Chor sowohl aus Holz als auch aus Stahl (Ständerkonstruktion). Bei der
Dachsanierung wurde die Mauerkrone bis ca. 1,2 m unter Verwendung von
Kalkzementmörtel neu aufgemauert. Dieser Mörtel wurde auch für die
Turmerneuerung verwendet. Bei der Erneuerung der Mauerkrone wurden teilweise die
alten Steine wieder
verwendet.
Der Dachstuhl wurde in einem steileren
Winkel aufgezogen. Die originale Fassadenmalerei im Bereich des
Dachstuhls
an der Triumphbogenwand gibt den
Winkel an, bis wohin das Dach und die
Giebelwände
1951 abgetragen wurden. Die ursprüngliche Neigung des Dachstuhls ist daher nicht
mehr ablesbar. Die Holzbalken und Ziegelsteine des Giebels wurden für die
Zwischendecke verwendet.
2006
einen ersten grundlegenden und bedeutenden Schritt zur Erhaltung der
ehemaligen Ordenskirche und ihrer wertvollen
Wandmalereien wurden durch die Organisation des Kuratoriums und durch die
Finanzierung deutscher Stiftungen und Investoren realisiert.3
Fertigstellung des Daches.
Einbau provisorischer Fenster aus gewelltem Plexiglas.
November 2006
Im Auftrag des „Kuratorium Arnau e.V.“ wurde in Zusammenarbeit mit der
Hildesheimer "Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst" eine
Untersuchung der Architekturoberfläche durch deutsche Restauratoren durchgeführt
und ein Gutachten erstellt.
Ziel dieser Untersuchungen war es, den Erhaltungszustand der Kirche,
insbesondere den mittelalterlichen Malereibestand zu dokumentieren.
2007
historische Formsteine unterschiedlichen Typs in Ordensformat für die
Wiederherstellung des Nordeingangs und der Nordwand werden in einer estnischen
Ziegelei hergestellt.

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Anmerkungen
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Es besteht ein ev. Pfarrerbuch seit 1525. Aus: Arnau in Not.
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Dignath / Zimmer, die Kirchen im Samland,
1987, S.26
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D.h. es handelt sich bei der Zwischendecke um
möglicherweise originale Balken, die bei der neuen Dacherrichtung nicht wieder
verwendet wurden.
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Quelle /
Источник:
Archivmaterial /
Архивный материал |
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weitere Informationen:
Maltechniken: Die Unterschiede zwischen
der Wandmalerei und der Freskomalerei
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